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Aktuelles

Jubiläum

2019 wird das Onlinemagazin 20 Jahre alt! Diesen Anlass möchten wir mit Autor*innen, Redakteur*innen und Leser*innen am 20. Juni 2019 im Arsenal Berlin feiern. Zum Jubiläum wird der Relaunch der Webseite, die im letzten Jahr vollständig restauriert wurde, abgeschlossen sein.

Ihr seid herzlich eingeladen!

Einige Teile des Archivs befinden sich noch in der Überarbeitung. Sie finden sich derzeit unter geschichte.nachdemfilm.de.

Vorschau

Die No 18 der Zeitschrift nach dem film unternimmt eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Ästhetik und Theorie des digitalen Films. Alle Autor_innen, die sich mit Fragen in diesem Feld beschäftigen, sind herzlich eingeladen, sich an der Ausgabe zu beteiligen. Gerne können Autor_innen die Möglichkeit nutzen, in ihren Beiträgen neben Filmstills auch mit Filmclips in Form von Videos zu arbeiten. Vorschläge für Beitrage können in Form eines halbseitigen Exposés in deutscher oder englischer Sprache bis zum 12.07.2019 per Mail eingereicht werden an: info@nachdemfilm.de

Für die Redaktion Angela Rabing & Winfried Pauleit

Ausgabenarchiv

Das Beben beschreibt sowohl geologisch-tektonische Spannungsentladungen, wie auch spezifische Gefühlsbereiche des Menschen. Im Kino ist das Beben immer mit Spannungs- und Erregungszuständen verknüpft. Seit seiner Erfindung scheint sich das Filmbild, das auf einem Flickereffekt beruht, nicht nur aus Vibrationen zu generieren. Seine vielleicht wesentlichste Qualität besteht darin, die unterschiedlichen Gefühlsregister, Angst, Trauer, Freude, erotische Spannung bis auf ihre Höhepunkte zu treiben.

Die Welt soll wieder gezeigt werden, wie sie ist. Dieses Credo verbindet jüngere Produktionen des Films mit denen des Theaters, der bildenden Kunst, der Fotografie und des Fernsehens: Es gilt, die Wirklichkeit ohne großen inszenatorischen Aufwand greifbar zu machen. Spontane Äußerungen eines gegenwärtigen Erlebens sollen im Kino, im Theater und im Ausstellungsraum erfahrbar werden.

Welches sind die tieferen kulturellen Veränderungen, die sich aus der Verbindung von Video und Überwachung ergeben? Grammatik der Überwachung umfaßt drei grundlegende Texte, die das Feld der Anwendungen mit seinen unterschiedlichen Bereichen beleuchten. Thomas Y. Levin skizziert den Stand der technischen Möglichkeiten der Überwachung und seine Wechselwirkung mit den Darstellungen und Kontrollphantasien, die in den Massenmedien geprägt werden. Sein Fazit ist, daß der überwachende Blick seine abschreckende Wirkung verloren hat und zu einer 'Technologie des Selbst' umgedeutet wurde.

[english version below]

Wohl jedeR hat im Kino schon einmal geweint – aus Mitleid, Freude oder Rührung; über ein dramatisches Ereignis, eine tragische Figur oder auch einen mit Musik unterlegten Schwenk über eine Landschaft. Tränen zeigen sich in verschiedensten Ausprägungen – sie gehören zu unseren offenkundigsten leiblichen Kino-Erfahrungen. In Theorien des Kinos und Texten zum Film aber bleiben sie merkwürdig unberücksichtigt.

Wie kann man Filmwissenschaft an einer Universität betreiben? Seit den 1970er Jahren hat sich diesbezüglich einiges verändert. Bis dahin saßen die Filmwissenschaftler am Schneidetisch oder im Kino, um dem flüchtigen Gegenstand, den Laufbildern des Films, habhaft zu werden. Heute besuchen wir als Filmwissenschaftlerinnen und Filmwissenschaftler zwar immer noch das Kino, machen aber auch Gebrauch von anderen Zugangsmöglichkeiten: wir sehen Filme im Fernsehen, auf Video im Kunstraum oder als heruntergeladene Version auf dem Bildschirm unseres Laptops.

In technischer Hinsicht ist das Kino von Anfang an mit dem Drehen verbunden: Ein Film wird buchstäblich gedreht. Die Filmspule dreht sich bei der Aufnahme und muss sich beim Abspielen im Projektor wieder drehen. Doch wo und wie dreht das Kino durch? Was heißt Überdrehen im Hinblick auf Film und Fernsehen? Welche Produktivität entwickelt die Figur des Überdrehten für filmwissenschaftliche Fragestellungen? Diesen Fragen ging der Workshop "Überdreht im Kino" nach, der im Dezember 2004 (10.-12.12.2004) im Kino 46 in Bremen das thealit-Laboratorium "Überdreht. Spin Doctoring, Politik, Medien" 2004/2005 eröffnete. Nach dem Film präsentiert mit der No6 die (zumeist unbearbeiteten) Vortragsmanuskripte dieses Workshops und stellt sie mit diesem Experiment zur Diskussion.

Die Kopplung „Kamera-Kriege" meint ein Nahverhältnis, bei dem die Kamera Kriege nicht zeigt, ohne sich (mit)bestimmend auf sie auszuwirken.

Fotografie und Fotografen im Spielfilm

Wie schreiben über Film? Wie nach dem Film schreiben? Wie Film in Schrift transformieren, ohne die Überlegenheit des einen über das andere Medium zu behaupten?

Mit Beiträgen von: Roland Albrecht, Sabine Nessel, Christine Hanke, Ekkehard Knörer, Kathrin Peters, Winfried Pauleit, Rembert Hüser.

Text und Körper werden in der Theorie oft als Oppositionen gesetzt. Die No 10 will diese Positionen miteinander ins Gespräch bringen.

Mit Beiträgen von: Evelyn Echle, Dennis Göttel, Silvia Horváth, Tarja Laine, Chris Tedjasukmana, Wenke Wegner, Matthias Wittmann, Enrico Wolf.

Kleine Formen umgeben uns. Sie begegnen Lesern, Betrachtern, Usern und Zuschauern gleichermaßen. Roland Barthes hat die kleine Form ausgehend von der literarischen Schreibpraxis in einer Vorlesung untersucht. Wie lässt sich die kleine Form übertragen oder weiterdenken in Bezug auf bewegte und elektronische Bilder, auf Film und Audiovisualität?

Mit Beiträgen von: Dennis Göttel, Marie-Hélène Gutberlet, Sabine Nessel, Volker Pantenburg, Winfried Pauleit, Kathrin Peters, Ramón Reichert, Andrea Seier, Rainer Stollmann.

Lachen ist nicht gleich Lachen. Im Kinosaal reagieren die Lachenden nicht nur auf etwas Witziges, Komisches, Humorvolles. Und auch im Film entfaltet sich ein breites Spektrum des Lachens, das über das Lachen des Komikers oder das schadenfreudige Gelächter anderer Filmfiguren über ihn hinausgeht.

Mit Beiträgen von: Sarah Greifenstein, Julian Hanich, Elke Regina Maurer, Rainer Stollmann, Christiane Voss, Claudia Walkensteiner-Preschl, Hans Jürgen Wulff.

Filmvermittlung verbindet unterschiedliche Disziplinen, Wissensbereiche und kulturelle Felder. Sie umfasst wissenschaftliche, journalistische, kuratorische, pädagogische und künstlerische Praxen. Die No 13 versammelt dementsprechend Beiträge, die versuchen etwas von der Pluralität der Filmvermittlung in das Medium der Schrift zu übersetzen: Gesprächsnotizen, Erfahrungsberichte, Filmanalysen, programmatische Anmerkungen sowie historisch oder theoretisch orientierte wissenschaftliche Texte bilden einen gemeinsamen und doch heterogenen Denk- und Reflexionsraum.

Audio History untersucht den Zusammenhang von Filmsound und Geschichte. Inwiefern kann Filmsound Geschichte auditiv generieren, modellieren oder erfahrbar machen? Und lässt sich aus den Tonspuren des Films Historisches herausdeuten? Die No 14 versammelt Beiträge, die ausgehend vom Ton das Verhältnis von Film und Geschichte neu befragen.

Anlässlich des 50. Jubiläums des Österreichischen Filmmuseums werfen Theoretiker/innen, Kurator/innen, Philosoph/innen und Historiker/innen einen Blick auf das Verhältnis von Film, Kunst und Geschichte vor dem Hintergrund des Museums. Verschwindet mit dem Film eine Art Sinnbild des 20. Jahrhunderts? Und können seine Produktions- und Wahrnehmungsweisen, seine veränderten Begriffe von Kunst und Geschichte in einem Filmmuseum aufgehoben werden?

Eine Tanzszene, die von TITANIC (USA 1997) im Gedächtnis bleibt, ist die Party unter Deck. Die Kamera führt hier eine eigenwillige Drehung aus, einen 360° Schwenk, der abwechselnd Rose und Jack zeigt, die diegetisch umeinander, am Set aber um ein Mitglied des Kamerateams kreisen. In der Verdopplung von Figuren- und Kameradrehung wirkt die Operation statisch: Der Bildausschnitt bleibt an den Gesichtern haften – in der Eigenrotation gefriert die Bewegung.

Wenn etwas neu ist am Feminismus der Gegenwart, dann wie viele Blickachsen sich mittlerweile darin kreuzen. Die No 17 bestimmt das Verhältnis von Feminismus und Film, indem sie viele Perspektiven versammelt: Priscilla Layne, die als US-Amerikanerin über Schwarzes Kino in Deutschland schreibt, Jan Mollenhauer, der über Männer und Filme in Ausstellungen nachdenkt, André Wendler, der darüber reflektiert, wie Schwule über Feminismus forschen, Elena Meilicke, die einen Meisterdiskurs enteignet, indem sie eine Kamerafrau, Hélène Louvart, selbst zur Meisterin kürt. Grundsätzlich erlauben sich alle Texte Perspektiv- und Dispositivwechsel, satteln um von vor zu hinter der Kamera, oder zur installativen Form, wie bei Julia Bee. Anja Michaelsen bringt dieses Anliegen, das mit dem Begriff der Intersektionalität vielleicht am besten beschrieben ist, auf den Punkt: Nicht ums Verwerfen geht es, aber ums neu Justieren angesichts blinder Flecken.